Psychotherapie oder COACHING?

⏳ Musstest Du auch schon auf eine psychologische Abklärung oder psychotherapeutische Behandlung warten?
Gerade bei ADHS können lange Wartezeiten für die Familie besonders belastend sein – etwa wenn Kinder oder junge Erwachsene für Schule oder Ausbildung auf eine Diagnose und einen entsprechenden Nachteilsausgleich angewiesen sind. Wartefristen von mehreren Monaten sind dabei keine Seltenheit.
✅ Die gute Nachricht: Der Kanton Basel-Stadt baut die ambulante psychotherapeutische Versorgung weiter aus – mehr dazu unter: Ausbau der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung im Kanton Basel-Stadt | Kanton Basel-Stadt
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Doch bei welchen Anliegen braucht es tatsächlich eine Psychotherapie – und wann könnte eine qualifizierte nichtklinische Begleitung in Form eines Coachings sinnvoll sein?
💡Nicht jede psychische Belastung ist eine psychische Erkrankung und benötigt einen Therapieplatz. Berufliche Belastungen, Lebenskrisen, Beziehungsfragen oder persönliche Entwicklung können auch durch qualifizierte Coaches professionell begleitet werden.
⚠️Gleichzeitig ist die Grenze klar: Wo eine psychische Erkrankung vorliegt oder vermutet wird, braucht es qualifizierte fachliche Abklärung und Behandlung. Diese Menschen benötigen einen möglichst raschen Zugang zu qualifizierter therapeutischer Unterstützung.
Daher beschäftigt mich aktuell die Frage:
🤝 Wie könnten Coaches, Psychotherapeut:innen und Psychiater:innen besser zusammenarbeiten – mit dem Ziel, Menschen dort zu unterstützen, wo sie mit ihrem Anliegen am besten aufgehoben sind?
Drei Beispiele, bei denen die Abgrenzung besonders wichtig ist
Beispiel 1 · Eigenständiges Coaching
Ein 35-jähriger Projektleiter zweifelt an seinen Führungsfähigkeiten.
Er erlebt sich gegenüber erfahrenen Mitarbeitenden als unsicher. Er möchte lernen, sich klarer zu positionieren und mit seinen eigenen Erwartungen umzugehen.
Es bestehen keine Hinweise auf eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung.
Hier könnte Coaching mit dem Inneren Team, Stuhlarbeit, Ressourcenaktivierung und konkreten Transferaufgaben eine geeignete Begleitung sein.
Eine Psychotherapie ist nicht allein deshalb angezeigt, weil Selbstzweifel oder unangenehme Gefühle auftreten.
Beispiel 2 · Fachliche Abklärung erforderlich
Eine 42-jährige Führungskraft berichtet über anhaltende Erschöpfung.
Sie schläft schlecht, grübelt nach der Arbeit und fühlt sich zunehmend überfordert. Sie möchte ihre berufliche Situation verändern.
Die Erschöpfung könnte mit einer vorübergehenden Überlastung zusammenhängen. Sie könnte aber auch Ausdruck einer Depression, Angststörung oder einer anderen gesundheitlichen Problematik sein.
Ein Coach sollte hier keine eigene klinische Einschätzung vornehmen, sondern eine ärztliche oder entsprechend qualifizierte psychologische Abklärung anregen.
Falls fachlich angezeigt, könnte Coaching anschliessend parallel zur Behandlung an konkreten beruflichen Fragen ansetzen.
Beispiel 3 · Klinische Versorgung hat Vorrang
Ein 23-jähriger Klient berichtet, dass er Stimmen hört und sich verfolgt fühlt.
Hier besteht ein möglicher Hinweis auf eine psychotische Symptomatik.
Ein Coach sollte weder eine Diagnose stellen noch versuchen, die Symptomatik mit eigenen Coachingmethoden zu behandeln.
Erforderlich ist eine zeitnahe fachärztliche Abklärung. Bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung ist eine unmittelbare Notfallversorgung notwendig.
Fazit:
Wie seht ihr das – als Betroffene, Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen, Psychiater:innen oder Coaches?





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